In den letzten Wochen haben wir sehr unterschiedliche Informationen bezüglich der Baumscheiben und deren Pflege durch Anwohnerinnen und Anwohner im Bezirk Mitte bekommen.

Erklärungen, dass diese Bepflanzung illegal sind und abgerissenen werden, sorgen für Unverständnis. Nicht wenige Baumscheiben werden seit vielen Jahren von Anwohnerinnen und Anwohnern gepflegt, begrünt und gewässert. Jetzt befürchten viele, dass ihre mühevolle Arbeit zerstört wird.

Anwohnerinnen und Anwohner, die eine Baumscheibe pflegen, identifizieren sich mit ihrer Straße und ihrem Kiez. Die Pflege bringt Nachbarinnen und Nachbarn einander näher. Die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit im Kiez steigt. Eine blühende Baumscheibe ist eine kleine Oase für Menschen und Tiere, besonders Insekten sein. Sie ist aber sicher kein Abstellort für Müll oder Hundeklo mehr – davon profitiert die Nachbarschaft und nicht zuletzt der Baum.

Das Grünflächenamt/der Bezirk sollte sich den Einsatz und das Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner zu Nutze zu machen und unterstützen!

Begrünung der Baumscheibe ist ein Thema, bei dem wir uns sehr gut vorstellen können, dass im Rahmen einer Bürgerbeteiligung gemeinsam mit dem Grünflächenamt/den zuständigen Behörden ein sinnvolles Konzept erarbeitet wird, von dem alle profitieren.

In anderen Bezirken Berlins wurde offensichtlich erkannt, welches Potential die Bürgerinnen und Bürger, die ein Baumscheibe begrünen, bieten. Wir wünschen uns die Einsicht auch für Mitte!

Wir fordern klare Aussagen, eine bessere Informationspolitik, nachvollziehbare Begründungen bezüglich des Umganges mit den Baumscheiben – insbesondere dem Altbestand – und erwarten eindeutige Klärung der Rechtslage zum Thema im Bezirk Mitte und eine Diskussion nicht über die Köpfe der Menschen hinweg. Vor allem, da das Grünflächenamt schon längst nicht mehr in der Lage ist, die öffentlichen Grünflächen angemessen zu pflegen.

Es bietet sich an, zusammen zu arbeiten und die vorhandene Motivation der Anwohnerinnen und Anwohner zum Wohle der Baumscheiben, der Gemeinschaft und eines lebendigen Stadtbildes zu nutzen.

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