In den letzten Jahrzehnten erlebten der Wedding und auch die Müllerstraße eine große Umstellung. Einhergehend mit dem demographischen Wandel änderte sich die Bevölkerungsstruktur in großem Maße mit einem ständig wachsenden Einfluss auf die Kauf – und Verkaufsgewohnheiten, verbunden mit der zunehmenden Änderung von Verkaufsangeboten in Supermärkten und Angeboten in Großraumläden. Das Kleingewerbe ging immer weiter zurück und hat heute kaum noch eine Bedeutung, das beste Beispiel dafür ist das Sterben der, einstmals als reges Einkaufszentrum bekannten und stark frequentierten, Müllerhalle.

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Müllerstraße

Die zunehmende Verkehrsbelastung und eine gewisse Verwahrlosung der Müllerstraße sowie deren Umfeld wurden deutlich und führten zu berechtigten Klagen der Anwohner, auch mit der Folge einer sozialen Entmischung der Bevölkerung. Für die Lebendigkeit und Attraktivität der Müllerstraße, als wichtige Hauptverkehrsader mit großem Wohnanteil, war diese Entwicklung äußerst bedenklich.

Deshalb reagierten das Abgeordnetenhaus von Berlin und die Bezirksverordnetenversammlung im Stadtbezirk Mitte mit der Auflage des Aktionsprogrammes „Aktives Stadtzentrum“, deren Umsetzung dazu führen soll, unter anderem auch das Wohngebiet Müllerstraße zu sanieren bzw. neu zu gestalten und damit grundsätzlich aufzuwerten. Das Ziel der Aktion ist die Belebung des gesamten Wohngebietes entsprechend des Stadtentwicklungskonzeptes 2020 (STEK), das aus dem Strategieraum „Innovatives Urbanes Milieu“ entwickelt wurde. Die Müllerstraße ist im Ortsteilzentrum Wedding eine der längsten Einkaufsstraßen Berlins, zur Zeit geprägt durch eine hohe Passantenfrequenz mit geringer Kaufkraft. Der Leerstand der wohngenutzten Gebäude liegt bei 10 – 15% und damit überdurchschnittlich hoch.

Durch das neue Aktionsprogramm soll die Müllerstraße als Zentrum des Weddings in ihren Qualitäten für alle Bürgerinnen und Bürger, Anwohner und Besucher, aufleben und als „Unsere Straße“ wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden.

Das Motto soll zukunftsträchtig heißen:

„Wedding – die Welt sind wir“

Die für die Begleitung des Projekts als progressive Bürgerbeteiligung eingesetzte Stadtteilvertretung mensch.müller wird ihre Arbeit und ihren Einfluss dahingehend ausrichten, nutzen und geltend machen, dass dies Wirklichkeit wird.